© Reinhard Lindenhahn, Dez. 2006

Hinweis: Der folgende Vortrag ist nur für den privaten Gebrauch bestimmt und darf nicht für Veröffentlichungen irgendwelcher Art verwendet oder ohne Erlaubnis des Verfassers vervielfältigt werden. Des weiteren ist er als mündlich vorgetragenes Referat praktisch unverändert in die hier vorliegende Schriftfassung übernommen, und nicht etwa als Aufsatz für eine Fachzeitschrift o.ä. konzipiert. Das bedeutet, dass die Bezüge zu den während des Vortrags  ausgegebenen Arbeitsblättern nicht explizit hergestellt werden. Diesen Mangel bitte ich zu entschuldigen.

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Grenzüberschreitungen in der Literaturgeschichte

 

 

 

 

 

 

Literaturgeschichte und Literaturgeschichten

Literarische Epochen im Deutschunterricht

Recht und Gerechtigkeit als Thema der Literatur

Schiller und der Pitaval

Psychologie und Gerechtigkeit am Beispiel von Büchners Woyzeck

Das Unbewusste in der Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts

Epochensystematik vs. Epochenumbruch?

Fazit

 


 

 

Die Literaturgeschichte ist die große Morgue, wo jeder seine Toten aufsucht, die er liebt oder womit er verwandt ist (Heine, 1833)

 

Volker Braun
Die Kunst
Sie tanzt auf den Gräbern, mit Grazie
Mit ihrem wilden Gedächtnis.
WIR KÖNNEN JA NICHTS BEHALTEN. Sie
Ruft die Verreckten herauf, die Vergessenen
Mit ihren Messern und Forderungen. Erloschene
Liebe, kalter Zorn, vertane Zeiten. Was
Ist der Gedanke, dass wir sterblich sind
Gegen das GROSSE UMSONST. Sie wagt es zu denken
Im Untergrund, wo alles lebt.
Wie, ist es möglich? dass die Verhältnisse tanzen. (2006)

Literaturgeschichte und Literaturgeschichten

Ob Heinrich Heine oder Volker Braun: Literaturgeschichte lässt Tote – zumindest kurzfristig – wieder auferstehen, macht Vergangenes wieder erlebbar. Das rein Faktische allerdings ist dieser Wiederbelebung nicht würdig, sondern es geht um das lesende Subjekt, das Vergangenes heraufbeschwört um selbst sich weiterzuentwickeln und im Gedanken an die unsterbliche Kunst die eigene Mortalität zeitweilig zu vergessen. Wesensverwandtschaften werden im doppelten Wortsinne heraufbeschworen, die einem helfen, das große Umsonst tanzend zu verdrängen. Der morbide Untergrund des großen Umsonst macht sichtbare Zusammenhänge tanzen, doch es ist dies ein Tanz der Dinge im Erdbeben.

Was hat das nun mit dem Referat zu tun? – Ich möchte die fest gefügte Epochensystematik in unseren Schulen als Betonfundament unseres Literaturunterrichts ein wenig aufweichen – um sie dadurch letztendlich standfester und erdbebensicherer zu machen. Das heißt sie aufzuweiten in Epochenumbrüche.

Ein Beispiel: Kennen Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, Ernst Schulze und sein Werk „Bezauberte Rose“? Oder Schmidt von Lübeck mit seinem „Zitherbuben Morgenlied“? Oder schließlich Adolf Müllner mit seinem Schauspiel „Der neunundzwanzigste Februar“? Keinen der drei? Dabei verbindet diese ein wesentlicher Aspekt: Sie tauchen allesamt in der sechsten Auflage von Robert Königs „Deutscher Literaturgeschichte“ von 1879, dem berühmten Standardwerk seiner Zeit, als wichtige Autoren auf. Man kann dagegen Seite für Seite durchblättern und mit der Lupe in allen Verzeichnissen suchen: Den Namen „Georg Büchner“ entdeckt man darin nicht. Und wenn Goethe  und Schiller knapp 100 von 650 Seiten gewidmet sind, finden sich über Heinrich Heine einschließlich Biografie ganze zwei Seiten, in denen es u.a. heißt:

In einigen seiner Lieder ist das unwahre Spielen mit dem Weltschmerz widerlich, so wenn er ausruft:
‚Ich unglückseliger Atlas! Eine Welt,
die ganze Welt der Schmerzen muss ich tragen.’
Schon hier sind häufige Anklänge jener sittlichen Rohheit und sinnlichen Lüsternheit, von der seine späteren Gedichte bis zum Ekel überschäumen.[1]

Übrigens wird Büchner auch von dem eigentlichen Begründer der Literaturgeschichte, nämlich Georg Gottfried Gervinus, in seinem mehrbändigen Handbuch der Geschichte der poetischen National-Literatur der Deutschen von 1844 nicht mit einem Wort erwähnt.

In einem weiteren Standardwerk, der Literaturgeschichte von Alfred Biese, wird Büchner 1917 zwar als „vielleicht der begabteste unter den jungdeutschen Schriftstellern neben Heine“ bezeichnet, aber die dreibändige Literaturgeschichte mit ca. 1800 Seiten widmet ihm gerade mal 17 Zeilen[2], die meisten davon biografischer Natur.

Und heute? Gemessen an seinem schmalen Werk nimmt Büchner in jeder aktuellen Literaturgeschichte einen bedeutenden Platz ein. Literaturgeschichte ist immer also im Wesentlichen bestimmt von der Zeit, die sie schreibt:

Die Literaturgeschichte ist die große Morgue, wo jeder seine Toten aufsucht, die er liebt oder womit er verwandt ist.[3]

Literaturgeschichte: Das ist die Geschichte des dargestellten Stoffes durch die Brille des Darstellenden, ist also Geschichte in doppelter Hinsicht.

Interessant wäre eine Geschichte der Literaturgeschichten als Geschichte nicht der Literatur, sondern ihrer Kanonisierungen, Deutungen und Nomenklaturen. Sie würde eindrucksvoll bestätigen, dass das Bild, das die Literaturgeschichten von der Literaturgeschichte entwerfen, einem rezeptionsgeschichtlichen Wandel unterworfen ist, der seinerseits wiederum korreliert mit gesellschafts- und geistesgeschichtlichen Strömungen.

Literarische Epochen im Deutschunterricht

Das gilt natürlich ganz besonders für die Schule und den Deutschunterricht, die beide immer schon ein Abziehbild herrschender Moden, Ideologien und politischer Strömungen jeglicher Couleur waren und – freiwillig oder nicht – einiges davon in den Unterricht und damit in die Literatur transportierten.

Für den schulischen Gebrauch ist die Frage entscheidend, wie die curricularen Inhalte vermittelbar sind, ohne dass diese zu stark gefärbt und vereinfacht werden.

Der Literaturgeschichtsunterricht kann ein einerseits knappes Über­blickswissen nicht vermitteln, ohne Gefahr zu laufen, seine eigentliche Absicht zu korrumpieren: Ein starres Epochenkorsett mag zwar bequem zu lernen und zu vermitteln sein, aber es greift zu kurz und erweist sich letztendlich in seiner Pauschalität als wenig hilfreich, denn es übersieht leicht die Tatsache, dass die Systematisierung von Epochen etwas Zufälliges hat – allein schon durch die Kanonisierung der den „Epochen“ als „typisch“ zugeordneten Dichter und Texte. Je genauer die Werke eines Zeitraums oder einzelner Autoren in den Blick genommen werden, desto mehr löst sich die scheinbare Homogenität einer Epoche in disparate Einzelphänomene auf. Literaturgeschichte ist ein Prozess, der bestimmt wird von Einheit und Wandel, der Kontinuität und Diskontinuität zeigt. Das Gleichzeitige des Unterschiedlichen wird durch ein enges Epochenkorsett genauso vernachlässigt wie die Parallelen des Ungleichzeitigen.

Andererseits haben Schülerinnen und Schüler wie auch ihre Lehrkräfte ein sicherlich berechtigtes Interesse an klaren Grenzziehungen und an einer sinnvollen didaktischen Reduktion eines komplexen Stoffs. Und meine heutige These wird sein, dass der problematische Begriff der „Epoche“, auch wenn er sich fast aufzulösen scheint, für unsere Zwecke in der Schule brauchbar ist, denn durch Epochenbeschreibungen wird der Prozess der Literaturgeschichte für die Lernenden erst darstellbar. Universitäre Literaturwissenschaft mag auf die Systematik verzichten können, ja, aufgrund ihrer vielfältigen Schwächen verzichten wollen. Für jemanden, der die Literaturgeschichte überblickt, liegt es nahe, auf einengende Nomenklaturen zu verzichten. Aber für den schulischen Gebrauch gilt dies eben gerade nicht. Hier sind Epochen „unsere Hilfskonstruktionen, das verwirrende Bild der Vergangenheit zu ordnen“[4]. „Epoche“ dient uns also als ein heuristischer Begriff. Dennoch ist Vorsicht geboten und wir sollten unsere Epochenkonzeption zumindest überdenken und uns fragen, ob ein besserer Kompromiss aus Übersichtlichkeit und Verallgemeinerung denkbar ist als der, den wir bisher oft vermittelten.

Für uns heute soll die Epochensystematik eine nur untergeordnete Rolle spielen und Ihnen hier im Raum kann ich darüber schon gar nichts referieren, was Sie nicht schon längst wüssten. Dasselbe gilt für methodisch-didaktische Hinweise, auf die ich ebenfalls gänzlich verzichten werde. Wenn Sie darüber diskutieren möchten, können wir das im Anschluss an das Referat und / oder in den Arbeitsgruppen nachholen.

Es soll heute um anderes gehen: um literarische Bezüge und Bezugssysteme jenseits der eingefahrenen Epochenbegriffe, um Paradigmen des Literaturgeschichtsunterrichts, die in eine etwas andere Richtung gehen als die herkömmliche Unterscheidung nach Epochen – wie gesagt: ohne dass ich diese damit in ihrer Bedeutung für den alltäglichen Unterricht herabsetzen möchte. Als Beispiel nehme ich dabei den Themenbereich „Recht und Gerechtigkeit“, der von diesem Schuljahr an den Oberstufenunterricht dominiert und ihn vermutlich noch einige Jahre dominieren wird.

Recht und Gerechtigkeit als Thema der Literatur

Wenn du die Geschichte eines großen Verbrechers liesest, so danke immer, ehe du ihn verdammst, dem gütigen Himmel, der dich mit deinem ehrlichen Gesicht nicht an den Anfang einer solchen Reihe von Umständen gestellt hat. (Lichtenberg, um 1778/79)[5]

An seinen [gemeint ist der Verbrecher] Gedanken liegt uns unendlich mehr als an seinen Taten, und noch weit mehr an den Quellen seiner Gedanken als an den Folgen jener Taten. […] Der Freund der Wahrheit sucht eine Mutter zu diesen verlorenen Kindern. Er sucht sie in der unveränderlichen Struktur der menschlichen Seele und in den veränderlichen Bedingungen, welche sie von außen bestimmten, und in diesen beiden findet er sie gewiß. [6] (Schiller, 1786)

Ich verachte niemanden, am wenigsten wegen seines Verstandes oder seiner Bildung, weil es in niemands Gewalt liegt, kein Dummkopf oder kein Verbrecher zu werden – weil wir durch gleiche Umstände wohl alle gleich würden und weil die Umstände außer uns liegen[7].

Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt? Ich mag dem Gedanken nicht weiter nachgehen.[8] (Büchner, 1834)

 

Der Text, den ich Ihnen gerade vorgelesen habe, scheint aus einem Guss geschrieben, doch es handelt sich in Wirklichkeit um vier verschiedene Zitate, zwischen denen ca. 55 Jahre liegen. Alle drei üben sie zumindest indirekt Kritik an der damals geltenden Rechtsgrundlage, der von Karl V im Jahr 1532 erlassenen Peinlichen Halsgerichtsordnung. Die so genannte Carolina[9] galt in einigen Teilen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation bis ins 19. Jahrhundert hinein, im 18. Jahrhundert sogar noch flächendeckend.

Lichtenberg umriss in einem genialen Aphorismus die ganze jetzt einsetzende Problematik, indem er ein Verbrechen als Folge einer Reihe von Umständen ansah. Schiller geht noch weiter, indem er zu den Quellen des Verbrechens  vordringen will, und zwar „in der unveränderlichen Struktur der menschlichen Seele und in den veränderlichen Bedingungen, welche sie von außen bestimmten“. Ein ganz entscheidender Satz ist dabei die Aussage, dass die Seele des Menschen zwar eine unveränderliche Struktur hat, dass der Mensch aber auch von außen bestimmt sei – wir können ergänzen: durch die Erziehung und sein Umfeld. Dieser Gedanke begleitet Schiller seit seinen Tagen auf der Karlsschule, wo ihn sein Erzieher Abel entscheidend und nachhaltig beeinflusst hat.

Literarischen Ausdruck findet die neue Denkweise zum Beispiel beim Thema „Kindsmord“. Es ist schon bemerkenswert, wie sich gerade in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die literarischen Texte häufen, die das verführte Bürgermädchen und seine ausweglose Situation zeigen, wenn es Mutter geworden ist und nun wegen seiner „Unkeuschheit“ aus dem Elternhaus und von der Gesellschaft verstoßen wird. Und es gibt plötzlich zahlreiche Texte (Goethe, Bürger, Schiller, Lenz, Wagner, Pestalozzi), die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Der Grund für diese plötzliche Aktualität war dabei wohl weniger der Umstand, dass der Fall als solcher häufiger vorkam als früher – für eine derartige Feststellung fehlen sichere Belege. Es ist viel eher so, dass durch das geschärfte soziale Bewusstsein im Zeitalter der Aufklärung das Problem als solches an Brisanz gewann. Bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein war die Ermordung eines neugeborenen Kindes durch seine Mutter kein Thema, das einer Diskussion wert gewesen wäre, denn die Berechtigung für das Todesurteil war im Bewusstsein der Öffentlichkeit selbstverständlich, weil man die Tat eher vom religiös-moralischen Standpunkt aus beurteilte. Nun aber beschäftigte man sich zunehmend mit der Frage, welches die Hintergründe für ein solches Verbrechen sein könnten und wie man ihm vorbeugen könne. Die öffentliche Diskussion hinterfragte zunehmend die sozialen Umstande, unter denen das Mädchen handelte.

Dies zeigt sich auch an den Texten selbst: Gottfried August Bürger etwa war Amtmann und als solcher musste er 1781 ein Mädchen verhören, das sein Neugeborenes umgebracht hatte. Die Begleitumstände waren furchtbar und Bürger hat das, was er nüchtern und sachlich in sein Verhörprotokoll schrieb, schließlich in eine Ballade verwandelt, die um Verständnis mit der jungen Frau wirbt – zwar noch in der dritten Person, wie es ihm als Amtmann zukam, aber schon mit wörtlicher Rede des Mädchens. Schiller geht im gleichen Jahr noch weiter. Er verfasst eine Ballade, in der er bewusst auf jede Distanz verzichtet und die Perspektive des Mädchens einnimmt. Dies war für die damalige Zeit ein ungeheurer Vorgang: ein Gedicht wird aus der Sicht einer todgeweihten Mörderin geschrieben…
Zusammenfassend kommentiert Pestalozzi die Thematik.

Spätestens hier ist auch auf Goethes Rolle in diesem Kontext hinzuweisen: Gerade jener Mann, der bis dato in seinem Urfaust bereits die Ansätze der Gretchentragödie verfasst hatte (und zwar auf dem Hintergrund der Hinrichtung von Susanna Margaretha Brandt am 14.1.1772 in Frankfurt, der er beigewohnt hatte), jener einstige Stürmer und Dränger also, der 1776 das bewegende Gedicht Vor Gericht verfasst hatte, in dem ein Mädchen seine uneheliche Beziehung verteidigt – gerade dieser setzt im Jahre 1783 seine Unterschrift unter das Todesurteil gegen eine Kindesmörderin, obwohl sein Herzog eigentlich eine Gesetzesänderung durchbringen will (von Beccaria beeinflusst) und auf Goethes Unterstützung rechnet.[10]

Es mehrten sich jedoch die Stimmen, die in dem üblichen Strafvollzug im 18. Jahrhundert einen Anachronismus sahen und die eine Justiz forderten, die den Täter nach den Umständen und Hintergründen der Tat bestraft sehen wollten.

Cesare Beccaria, der große Rechtsreformer des 18. Jahrhunderts, forderte etwa, dass der Prozess öffentlich und der Strafvollzug nichtöffentlich zu vollziehen sei – gerade anders herum als bis dahin. Und er plädierte für Verbrechensprävention, ein revolutionärer Gedanke. Das folgende exemplarische Zitat stammt aus seinen Ausführungen über den Kindsmord:

Ich beabsichtige nicht, den gerechten Abscheu zu verringern, den diese Verbrechen verdienen; aber indem ich auf ihre Quellen hinweise, glaube ich das Recht zu haben, einen ver­allgemeinernden Schluss daraus zu ziehen, nämlich dass die Strafe eines Verbrechens nicht im genauen Sinn gerecht (will sagen notwendig) heißen kann, ehe nicht das Gesetz das unter den gegebenen Verhältnissen einer Nation best­mögliche Mittel angewandt hat, um dem Verbrechen vor­zubeugen.[11]

Und an anderer Stelle heißt es:

Ihr wollt den Verbrechen vorbeugen? Dann sorget dafür, dass die Aufklärung mit der Freiheit Hand in Hand gehe.[12]

Die Texte Beccarias eignen sich hervorragend als Begleitmaterial für alle Texte zu diesem Themenkreis, denn sie beleuchten nicht nur den authentischen Fall, sondern ermöglichen auch eine hervorragende Aktualisierung des Problems. Und mehr noch: Beccaria machte Epoche, indem er den Grundgedanken der Carolina in Frage stellte: An Stelle des Vergeltungsstrafrechts sollte jetzt ein Schuldstrafrecht treten. Das heißt, es galt die Schuld des Angeklagten und dessen Schuldfähigkeit sowie die Begleitumstände der Tat zuerst zu ermessen, wohingegen die Carolina einzelnen Verbrechen ganz automatisch ein bestimmtes Strafmaß zuteilte, innerhalb dessen es nur geringen Spielraum gab. Eine Kindsmörderin zum Beispiel hatte ihr Leben verwirkt und es ging nur um die Frage, ob sie gesäckt, gepfählt oder gnadenhalber nur geköpft wird. Viele zeitgenössische Texte zeigen, wie aktuell die Diskussion des Strafrechts damals war: nicht zuletzt zum Beispiel auch Kleists Michael Kohlhaas.

Schiller und der Pitaval

Die Beschäftigung mit den Motiven einer Tat und die Frage nach der Schuld des Täters findet sich nach dem Sturm und Drang auch in Schillers „Verbrecher aus verlorner Ehre“ (1786)[13]. Dieses Werk Schillers wird gemeinhin in der Mittelstufe gelesen und von ihm aus führt wiederum ein direkter Weg zu Droste Hülshoffs „Judenbuche“ (1842) und zu Fontanes „Unterm Birnbaum“. Lassen wir uns von der Zuordnung dieser Werke ins Literaturverzeichnis der Mittelstufe nicht täuschen. Sie alle drei gehören in die Oberstufe, denn sie sind sprachlich anspruchsvoll und inhaltlich wesentlich komplexer als dies eine Behandlung in der Mittelstufe vermuten lässt und nahe legt. Beispielsweise kommt Schillers Interesse an Kriminalfällen seiner Zeit nicht von ungefähr und ist auch überhaupt nicht oberflächlicher Natur. Vielmehr sucht er hier wie in seinen Dramen und vor allem in seiner Dissertation zu erkunden, wie die Umwelt und das Innenleben des Menschen zusammenhängen: „Ich hatte niemand und nichts mehr. Alle Welt floh mich wie einen Giftigen, aber ich hatte endlich verlernt, mich zu schämen […] Ich brauchte keine gute Eigenschaft mehr, weil man keine mehr bei mir vermutete.“[14] Mit solchen Sätzen wie dem des Verbrechers Christian Wolf wird klar, was Schiller meint, wenn er sagt, dass „in der ganzen Geschichte der Menschheit kein Kapitel unterrichtender für Herz und Geist [sei] als die Annalen seiner Verwirrungen.“[15] Diese Überzeugung führt ihn auch dazu, die Arbeit am Wallenstein zu unterbrechen und sich den Rechtsfällen des französischen Rechtsgelehrten François Gayot de Pitaval zu widmen, denen Schiller in einer deutschen Bearbeitung begegnet, zu der er 1792 eine Vorrede schreibt und in der auch seine Erzählung Der Verbrecher aus verlorner Ehre erscheint. In dieser Vorrede heißt es u.a.:

Man erblickt hier den Menschen in den verwickeltsten Lagen. […]Triebfedern, welche sich im gewöhnlichen Leben dem Auge des Beobachters verstecken, treten bei solchen Anlässen, wo Leben, Freiheit und Eigenthum  auf dem Spiel steht, sichtbarer hervor, und so ist der Kriminalrichter im Stande, tiefere Blicke in das Menschen-Herz zu thun.[16]

Kurz darauf spricht Schiller davon, dass ein „Kriminalprozeß oft das Innerste der Gedanken“ enthülle. Es geht ihm hier also nicht nur um die Psychologie des Verbrechens, sondern um eine condition humaine generell und der Bogen zu seiner Dissertation wie auch zu Büchners Frage: „Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?“ schließt sich.

Aber mehr noch: Schillers Pitaval begründet eine eigene Tradition. So gibt Paul Johann Anselm Feuerbach, ein Staatsrechtsreformer und der Vater des berühmten Philosophen Ludwig Feuerbach, Großvater des Malers Anselm Feuerbach, 1808-11 und dann wieder 1828/29 einen Pitaval heraus, in dem er von zeitgenössischen Kapitalverbrechen erzählt, gleichzeitig aber versucht, das Verbrechen zu entdämonisieren. In der Tradition von Beccaria erreicht Feuerbach übrigens in Bayern die Abschaffung der Folter. Wiederum gute zehn Jahre später beginnen Julius Eduard Hitzig und Willibald Alexis den sogenannten „Neuen Pitaval“ herauszugeben. Beide wirkten zumindest zeitweise am Berliner Kammergericht und waren nebenbei literarisch tätig – wobei Hitzig übrigens der beste Freund E. T. A. Hoffmanns war (der bekanntlich auch an diesem Gericht tätig war) und Kontakt zu weiteren Schriftstellern aus dem Kreis der Romantiker hatte. Man denke hier an E.T.A. Hoffmanns Fräulein von Scuderi in dem – nebenbei bemeerkt – auf ein Verbrechen aus dem Pitaval verwiesen wird. Alexis und Hitzig formulierten programmatisch:

[…] die allereinfachsten Hergänge, die zweifellosesten Begebenheiten und Verbrechen können für uns von Wichtigkeit sein, wenn andere Lebensfragen, psychologische wie historische, sich in den Tatsachen des Verbrechens selbst, seinen Vorbedingungen oder seinen Folgen abspiegeln.[17]

Von hier aus bietet sich ein Vergleich mit Fontanes Unterm Birnbaum (1885) an. Der Roman steht letztendlich in derselben Tradition wie Schillers Erzählung, denn er geht auf Anregungen zurück, die Fontane den so genannten „Fallgeschichten“ entnahm. Die neue Sammlung wurde zwischen 1842 und 1890 veröffentlicht und basiert weitgehend auf bereits abgeschlossenen Fällen, wobei freilich nicht alles der Realität entsprach. Vielmehr finden sich – wie schon bei Schillers Pitaval aus den Jahren 1792 bis 95 – durchaus erzählerische Freiheiten, insbesondere, wenn es darum ging, eine Tat zu motivieren und sie auf soziale und psychologische Motive zurückzuführen. Hier fallen denn auch besonders markante Unterschiede auf, zum Beispiel zwischen Schillers Sonnenwirt einerseits, der sich selbst stellt und sich damit noch zur tragischen Figur in der Nachfolge Karl Moors macht, und andererseits Abel Hradschek oder Friedrich Mergel, deren schicksalhafter Untergang eher den Moralvorstellungen der großbürgerlichen Welt des Realismus bzw. des Biedermeier verpflichtet ist, wobei freilich in der Einstellung des Erzählers zu seinem Protagonisten noch ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen dem Realisten Fontane und der Meersburger Frührealistin Droste-Hülshoff besteht.

Einen weiteren Text, der in diesen Zusammenhang gehört, habe ich noch nicht erwähnt: Kleists Michael Kohlhaas. Die Schuldfrage wurde bislang nur im Hinblick auf das Verhältnis vom einzelnen und der Gesellschaft erörtert, wohingegen im Zentrum von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ (1810) die Frage nach der Legitimität des politischen Widerstands gegen eine ungerechte Regierung steht. Gewissermaßen auf Makro-Ebene wird hier die Rechtsauffassung des aufgeklärten Absolutismus mit den zentralen Begriffen des Staatsvertrags (Hobbes) und des Contrat Social (Rousseau) kontrastiert mit der Leere Adam Müllers, dessen Gesellschaftslehre sich bewusst vom naturrechtlichen Individualismus abgrenzt und den Einzelnen als geradezu undenkbar außerhalb einer staatlichen Gemeinschaft ansieht. Dies geht in dieselbe Richtung wie Kants erster kategorischer Imperativ. Proklamiert wird ein positives Recht, das sich zusammen mit der Gesellschaft organisch zum Positiven fortentwickelt (vgl. Friedrich von Savigny mit seiner Schrift Vom Beruf unsrer Zeit für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft von 1814).

Psychologie und Gerechtigkeit am Beispiel von Büchners Woyzeck

Dreh- und Angelpunkt der Diskussion um Recht, Gerechtigkeit, Verbrechen Schuld und Strafe ist auf der „Mikro-Ebene“ des Individuums, das nicht zuletzt durch sein soziales Sein zum Verbrecher wird, Büchners Drama „Woyzeck“. Hier wird ein Fall dokumentiert und dichterisch bearbeitet, der nicht nur für die Literatur, sondern auch für die Rechtsgeschichte von größter Bedeutung wurde. Was vordergründig wie ein Eifersuchtsdrama aussah, entpuppte sich als einer der umstrittensten Justizfälle des Jahrhunderts. Es ging nämlich bald schon um die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit des Täters und um die Kriterien, diese zu beurteilen.

Büchners Drama beruht, wie Sie alle wissen, auf einer wahren Begebenheit:
Man schreibt den 3. Juni 1821. Der arbeitslose Friseur und entlassene Stadtsoldat Christian Woyzeck, 41 Jahre alt, ersticht in einem Hausflur in der Sandgasse in Leipzig die 46-jährige Christiane Woost, seine zeitweilige Geliebte. Mit dem psychologischen Gutachten betraut wurde der Medizinalrat Clarus, der in den Jahren 1821 und 1823 zwei psychiatrische Gutachten erstellte, die den Täter letztendlich als zurechnungsfähig erklärten. Das Gericht fällte auf Grund des zweiten Gutachtens das Todesurteil und Woyzeck wurde am 27. August 1824 auf dem Marktplatz in Leipzig geköpft. 

Was den Fall Woyzeck seinerzeit so problematisch machte, ist die Tatsache, dass der Täter ganz deutliche Symptome einer Psychose zeigte. So bestätigten Zeugen, dass er Stimmen höre, häufig depressiv („tiefsinnig“) sei und davon berichte, dass ihm plötzlich die Gedanken still stünden und er Halluzinationen und Visionen habe. Nach heutiger Sicht sind dies alles Anzeichen für Paranoia (Wahnvorstellungen). Es deutet also alles darauf hin, dass es sich um ein überhartes Urteil handelte, das wohl eher auf dem Hintergrund eines starren Normensystems mit Macht erhaltendem Charakter als auf der Basis einer gewissenhaften rechtlich-psycholo­gischen Beurteilung erging.

Immerhin war eine Debatte über Psychopathologie und Rechtsprechung in Gang gekommen, die ein paar Jahre später bei einem ähnlich gelagerten Fall wiederbelebt und in einer Fachzeitschrift dargestellt wurde, die Büchners Vater abonniert hatte. Dies mag ein Anstoß Büchners gewesen sein, das Drama zu schreiben. Sicher ist, dass er die Clarus-Gutachten gelesen und zahlreiche Einzelheiten aus dem  Eifersuchtsdrama um den Friseurgehilfen Woyzeck in sein Stück übernommen hat.

Zehn Jahre nach Büchners Niederschrift des Woyzeck erschien in Dresden 1846 Carl Gustav Carus’ Hauptwerk Psyche (nicht zu verwechseln mit dem Medizinalrat Johann Christian August Clarus; Carus ist übrigens neben Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge der berühmteste Maler der Romantik). Bereits seit 1829 hatte Carus an der Dresdner Universität psychologische Vorlesungen gehalten, die sich genau mit einem Problem beschäftigten, das Schiller in seiner Dissertation noch vor unlösbare Schwierigkeiten gestellt hatte: das menschliche Innere und seine Beziehung zum Körper:

Nur dadurch, dass jene eigentümliche zarteste Nervensubstanz des Hirns in primitiver Zellmasse und Primitivfasern sich entwickelt hat, ist eine wesentliche Bedingung alles Bewusstseins gegeben, und kein Gedanke, kein Gefühl, keine Willensregung kann im Geiste sich begeben, die nicht mit irgendwie feinen Umstimmungen in der Spannung dieser Substanzen verknüpft wäre. […][18]


Seiner Ansicht nach sind Willensregungen wie auch Gedanken und Halluzinationen  also abhängig von der Materie: der Nervensubstanz des Hirns. Die zentrale Frage war, wie der Geist in die Materie kommt. Dies war zu Büchners Zeit Stand der Wissenschaft und hier liegt auch der Grund für seinen materialistischen Ansatz und seine Wendung gegen den Idealismus Schillers. Galvani hatte als Mittler zwischen beiden Sphären elektrische Ströme angenommen (tierische Elektrizität), heute weiß man, dass es chemische Botenstoffe (Neurotransmitter) sind.

Wie sieht nun der Mediziner Büchner das Problem? Und inwieweit hat der Mediziner mit dem Dichter Büchner zu tun?

In seiner Erzählung Lenz lässt Büchner den Protagonisten Worte sagen, die von ihm selbst kommen könnten:

[Der] Idealismus ist die schmählichste Verachtung der menschlichen Natur. Man versuche es einmal und senke sich in das Leben des Geringsten und gebe es wieder, in den Zuckungen, den Andeutungen, dem ganzen feinen, kaum bemerkten Mienenspiel.[19]

Und in einem Brief an seine Familie vom 28. Juli 1835 schreibt er:

Wenn man mir übrigens noch sagen wollte, der Dichter müsse die Welt nicht zeigen, wie sie ist, sondern wie sie sein solle, so antworte ich, daß ich es nicht besser machen will, als der liebe Gott, der die Welt gewiß gemacht hat, wie sie sein soll. Was noch die sogenannten Idealdichter anbetrifft, so finde ich, daß sie fast nichts als Marionetten mit himmelblauen Nasen und affectirtem Pathos, aber nicht Menschen von Fleisch und Blut gegeben haben, deren Leid und Freude mich mitempfinden macht, und deren Thun und Handeln mir Abscheu oder Bewunderung einflößt. Mit einem Wort, ich halte viel auf Goethe oder Shakespeare, aber sehr wenig auf Schiller[20].

Der scheinbare Widerspruch, dass Büchner sagt, er schätze Goethe, halte aber nichts von Schiller, ist damit zu erklären, dass er in Goethe auch den Naturwissenschaftler und Verfasser von Werken sieht, in deren Zentrum nicht, wie bei Schiller, eine „Idee“ steht, sondern die naturwissenschaftliche Betrachtung der äußeren Welt, deren Methode im Übrigen der des Mediziners Büchner sehr nahe steht. Büchner übersieht, dass Schiller in Medizin promovierte, dass seine Arbeit mit dem Titel Über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner gei­stigen[21] auf dem Hintergrund eines empiristischen Menschenbildes entstand und dass er exakt die Frage untersuchte, wie Geist und Materie zusammenhingen – wenngleich eher von der philosophischen als von der naturwissenschaftlichen Seite her. In dieser Dissertation spürt Schiller der Frage nach, welcher Zusammenhang zwischen Moral und Physis, zwischen Seele und Materie, zwischen Empfindung und natürlichem Trieb besteht:

Die Tätigkeit der menschlichen Seele ist - aus einer Notwendigkeit, die ich noch nicht erkenne, und auf eine Art, die ich noch nicht begreife - an die Tätigkeit der Materie gebunden. Die Veränderungen in der Körperwelt müssen durch eine eigene Klasse mittlerer organischer Kräfte, die Sinne, modifiziert und sozusagen verfeinert werden, ehe sie vermögend sind, in mir eine Vorstellung zu erwecken; so müssen wiederum andere organische Kräfte, die Maschinen der willkürlichen Bewegung, zwischen Seele und Welt treten, um die Veränderung der ersteren auf die letztere fortzupflanzen; so müssen endlich selbsten die Operationen des Denkens und Empfindens gewissen Bewegungen des innern Sensoriums korrespondieren. Alles dieses macht den Organismus der Seelenwirkungen aus[22].

Schillers Arbeit ist angesiedelt zwischen Medizin und Philosophie – was er wiederum mit Büchner gemein hat, wie sich aus dessen Probevorlesung Über Schädelnerven, gehalten in Zürich 1836, zeigt.

Hochgeachtete Zuhörer!
Es treten uns auf dem Gebiete der physiologischen und anatomischen Wissenschaften zwei sich gegenüberstehende Grundansichten entgegen […]. Die erste betrachtet alle Erscheinungen des organischen Lebens vom teleologischen Standpunkt aus; sie findet die Lösung des Rätsels in dem Zweck der Wirkung, in dem Nutzen der Verrichtung eines Organs. […] Die teleologische Methode bewegt sich in einem ewigen Zirkel, indem sie die Wirkungen der Organe als Zwecke voraussetzt. Sie sagt zum Beispiel: soll das Auge seine Funktion versehen, so muß die Hornhaut feucht erhalten werden, und somit ist eine Tränendrüse nötig. Diese ist also vorhanden, damit das Auge feucht erhalten werde, und somit ist das Auftreten dieses Organs erklärt; es gibt nichts weiter zu fragen, - die entgegengesetzte Ansicht sagt dagegen: die Tränendrüse ist nicht da, damit das Auge feucht werde, sondern das Auge wird feucht, weil eine Tränendrüse da ist, oder, um ein anderes Beispiel zu geben, wir haben nicht Hände, damit wir greifen können, sondern wir greifen, weil wir Hände haben. […]
Die Natur handelt nicht nach Zwecken, sie reibt sich nicht in einer unendlichen Reihe von Zwecken auf, von denen der eine den anderen bedingt; sondern sie ist in allen ihren Äußerungen sich unmittelbar selbst genug. Alles, was ist, ist um seiner selbst willen da. Das Gesetz dieses Seins zu suchen, ist das Ziel der der teleologischen gegenüberstehenden Ansicht, die ich die philosophische nennen will. Alles, was für jene Zwecke ist, wird für diese Wirkung. Wo die teleologische Schule mit ihrer Antwort fertig ist, fängt die Frage für die philosophische an. Diese Frage, die uns auf allen Punkten anredet, kann ihre Antwort nur in einem Grundgesetze für die gesamte Organisation finden, und so wird für die philosophische Methode das ganze körperliche Dasein des Individuums nicht zu seiner eigenen Erhaltung aufgebracht, sondern es wird die Manifestation eines Urgesetzes, eines Gesetzes der Schönheit, das nach den einfachsten Rissen und Linien die höchsten und reinsten Formen hervorbringt. Alles, Form und Stoff, ist für sie an dies Gesetz gebunden. Alle Funktionen sind Wirkungen desselben; sie werden durch keine äußeren Zwecke bestimmt, und ihr sogenanntes zweckmäßiges Aufeinander- und Zusammenwirken ist nichts weiter, als die notwendige Harmonie in den Äußerungen eines und desselben Gesetzes, dessen Wirkungen sich natürlich nicht gegenseitig zerstören. [23]

 

Büchner konnte Schillers Dissertation nicht gekannt haben, sonst hätte er festgestellt, dass dieser gar nicht soweit von seiner eigenen Position entfernt ist, ja dass er sich sogar um eine Antwort auf genau die Frage bemüht, die Büchner als Grundfrage für das Urgesetz ansieht – ein Gesetz, das weder Büchner noch Schiller zu erkennen sich anmaßen wollen und das erst Carus in Angriff nimmt.

„Alles, was ist, ist um seiner selbst willen da.“ – Dies ist ein wichtiger, wenn nicht gar der zentrale Satz in Büchners Werk. In ihm verbinden sich Literatur und Naturwissenschaft bzw. Medizin. Jedes Geschöpf hat ein Lebensrecht und dient nicht nur einem fremdbestimmten Zweck. Alles in der Natur ist per se da, entwickelt sich organisch und nicht teleologisch – was später durch Darwin eindrucksvoll bestätigt wurde.

Und wenn Goethe beispielsweise von einer Urpflanze ausgeht, aus der sich alle andern entwickelten, so geht Büchner von einer allen Lebewesen innewohnenden Nerventätigkeit aus, die sich in lediglich völlig unterschiedlicher Intensität und Ausprägung bei den verschiedenen Spezies äußert. Er spricht dabei von einem „Gemeingefühl“, aus dem sich unterschiedliche und verschieden stark ausgeprägte Sinnentwicklungen ergeben. Ebenso sind alle Entwicklungen der Nerven nur differenzierte Ausprägungen. So ist die Entwicklung der Gehirnnerven, also des Cerebralnervensystems, nur eine subtilere Form des allen Lebewesen eigenen allgemeinen Sinns, des Gemeinsinns. Allerdings ermöglicht das Cerebralsystem dem Menschen eine differenziertere Wahrnehmungsfähigkeit durch die Sinne und damit über die objektive Außenwelt auch der subjektiven Innenwelt. Der Mensch beginnt zwei Sphären wahrzunehmen: eine unbewusste, vegetative, und eine bewusste, animalische[24]. Schiller sagte:

Die Tätigkeit der menschlichen Seele ist - aus einer Notwendigkeit, die ich noch nicht erkenne, und auf eine Art, die ich noch nicht begreife - an die Tätigkeit der Materie gebunden.

Büchner ist, wie wir sehen, einen Schritt weiter als Schiller und es wird jetzt auch deutlich, warum er Goethe verehrt, denn dieser kam experimentell zu seinen naturwissenschaftlichen Ergebnissen. Nur: Als er Schiller seine Konzeption der Urpflanze vorstellte, meinte der, dies sei keine Erfahrung, sondern eine Idee, worauf sich ein heftiger Disput entwickelte, der fast verhindert hätte, dass sich die beiden Dioskuren näher kamen. Aber Goethe konnte Schiller letztendlich nicht widerlegen, und bei genauerem Hinsehen erweist sich auch Büchners Konstruktion eines „Urgesetzes“, des „Gemeingefühls“ als Grundlage aller Sinnesentwicklungen genauso als Idee wie Goethes Theorie der Urpflanze.

Die Unterschiede zu Schiller, die Büchner in dem bereits genannten Brief konstatiert, beziehen sich von Seiten Büchners nur auf dessen Literatur- und Geschichtsverständnis, das in der Tat von der Idee ausgeht und nicht von der Empirie bzw. der Wirklichkeit. In seinem Aufsatz: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ von 1789 (!) spricht Schiller von eben diesem teleologischen Prinzip, das einen vernünftigen Zweck in die Welt und den Gang der Weltgeschichte bringe (ein wahrhaft idealistischer Gedanke!). Allerdings lässt er bei aller Tendenz zu diesem teleologischen Ansatz durchaus offen, welches Prinzip das richtige im Sinne einer umfassenden Erklärung der Welt sei, denn er schreibt:

[…] so lange in der Reihe der Weltveränderungen noch wichtige Bindungsglieder fehlen, so lange das Schicksal über so viele Begebenheiten den letzten Aufschluss noch zurückhält, erklärt er [d.i. der philosophische Geist] die Frage für unentschieden, und diejenige Meinung siegt, welche dem Verstande die höhere Befriedigung und dem Herzen die größere Glückseligkeit anzubieten hat.[25]

Diese Frage ist für Goethe 40 Jahre später entschieden; er schreibt 1830 in einem Brief an Zelter:

Natur und Kunst sind zu groß um auf Zwecke auszugehen, und haben's auch nicht nöthig, denn Bezüge gibt's überall und Bezüge sind das Leben.[26]

 

Das Unbewusste in der Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts

Das Problem von Geist und Materie war damals hochaktuell:

Der Schlüssel zur Erkenntnis vom Wesen des bewussten Seelenlebens liegt in der Region des Unbewusstseins[27].

so schreibt wiederum der mit Goethe befreundete Naturwissenschaftler und Mediziner Carl Gustav Carus in seinem bereits zitierten Werk Psyche, das sofort große Beachtung fand. Es muss davon ausgegangen werden, dass der berühmte Carus dem Mediziner Büchner bekannt war. Merkwürdigerweise zeigt sich in dieser Übereinstimmung Büchners mit Carus und in der Folge damit auch mit dem Mediziner Schiller auch eine Affinität zwischen Büchner und den Romantikern.

Daneben stand Carus dezidiert in der Nachfolge des Mediziners Gotthilf Heinrich Schubert, der in einem Aufsehen erregenden Werk von 1808 Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft den Menschen und die ganze belebte Welt im Rückgriff auf Mesmer, dem Begründer der Hypnose, als „magnetisch“ ansah. Er vertrat nämlich die Ansicht, das magnetische Zentrum des Menschen sei das Herz. Indem er damit auch den Menschen und die ganze belebte Welt als „magnetisch“ ansah, glaubte er die „Verbindung aller einzelnen Weltkörper zu einem Ganzen“ entdeckt zu haben, eine Art „romantischer Weltformel“ also. Dies sorgte in der Zeit naturgemäß für größte Aufregung, zumal Schubert seine Aussagen noch mit erstaunlichen Experimenten zur Hypnose sinnfällig machen konnte. Ein Weg schien entdeckt, den Menschen in einen „Zustand höheren Bewußtseyns“ versetzen zu können – der ursprünglichste Traum der Romantik schien erfüllbar zu werden.  

Entsprechend stark hat er die Literatur jener Zeit beeinflusst – nicht nur, aber auch Novalis:

Wir träumen von Reisen durch das Weltall: ist denn das Weltall nicht in uns? Die Tiefen unsers Geistes kennen wir nicht. – Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft. Die Außenwelt ist die Schattenwelt, sie wirft ihren Schatten in das Lichtreich.[28]

Dieses „Lichtreich“ trat auch in der Malerei nach draußen. Dabei möchte ich auf ein europaweit berühmt gewordenes Skandalbild verweisen, das eine Brücke schlägt zwischen Aufklärung und Schauerromantik. Die Rede ist von Johann Heinrich Füsslis Nachtmahr, das wegen seines immensen Aufsehens gleich zweimal (1781 und 1802) gemalt wurde. Der pferde­köpfige Nachtmahr galt als Sinnbild sexueller Begierde, der die Men­schen ausgeliefert sind. Das völlig Neue an dem Bild Füsslis war, dass zum ersten Mal ein psychologisches Erlebnis, also de facto etwas Inneres, zum alleinigen Gegenstand eines Bildes wurde. Das traf haargenau den Zeitgeschmack. Goethe beispielsweise amüsierte sich in einem Brief an seinen Herzog köstlich über einen Kupferstich zu diesem Gemälde, von denen es zahlreiche gab.

Übrigens zeigt sich am Beispiel Füsslis auch exemplarisch wieder die Problematik einer Epochalisierung, denn vom Gehalt zumindest seines Nachtmahrs her gehört er am ehesten zur Romantik (das Bild fügt sich auch in die Tradition der englischen Schauerromantik), aber die Entstehungszeit der beiden Gemälde liegt deutlich vorher. Außerdem gibt es Stimmen, die in dem Gemälde Gedankengut der Aufklärung sehen[29] – und zwar auf Grund ironischer Brechungen, wie z.B. dem Gesicht des Kobolds und der Tatsache, dass er einen Schatten wirft und den scheinbar anwesenden Betrachter fixiert. Auf jeden Fall stellt dieses Gemälde „den Vorläufer einer Kunst dar, die sich der Ergründung der Nachtseiten und Tiefenschichten menschlicher Existenz und menschlichen Bewusstseins verschieben hat“[30]. Ich erinnere noch einmal an Büchners eingangs zitierten Satz aus einem Brief an seine Familie:

Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt? Ich mag dem Gedanken nicht weiter nachgehen.

Die Romantiker jedenfalls wollten dem Nicht-Fassbaren nachspüren, das Dunkle, Geheimnisvolle der Natur und der menschlichen Existenz aufdecken und zumindest partiell oder approximativ abbilden – und sei es nur, indem sie die Aporie ihres Vorgehens darstellten.

Wenn Goethe sich in seinen Zeichnungen bemüht die Natur abzubilden, so überformt bei den Malern der Romantik – insbesondere bei Caspar David Friedrich – das innere Erleben die äußere Realität. Und wenn es bei Goethe heißt:

Die Nachahmung der Natur durch die Kunst ist um so glücklicher, je tiefer das Object in den Künstler eingedrungen und je größer und tüchtiger seine Individualität selbst ist. Ehe man andern etwas darstellt, muß man den Gegenstand erst in sich selbst neu producirt haben.[31]

so sagt Caspar David Friedrich:

Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht. Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht. Sonst werden seine Bilder den spanischen Wänden gleichen, hinter denen man nur Kranke oder gar Tote erwartet.[32]

Die Maler der Romantik gehen beim Abbilden der Natur (entsprechend einem wissenschaftlichen Ansatz) also nicht – wie Goethe – von der äußeren, sichtbaren Natur aus, sondern für sie ist die innere Natur die reale, die einzig wirkliche und damit ebenso objektiv wie für Goethe die äußere – wenngleich weniger fassbar und abbildbar in Bild oder Wort. Hier gewinnen die eben entstandene Seelenkunde und die Kunst der Hypnose an Bedeutung.

Merkwürdig genug: Im Rekurs auf die Natur und die Wissenschaft (auch und gerade bezüglich der Nachtseiten der Natur) verehren die Romantiker Goethe, der sie seinerseits aber ablehnt – bis hin zu dem berühmten Verdikt, das Romantische sei das Kranke. Dabei gibt es durchaus Verbindungen zwischen Weimar einerseits und Jena, der Heimat der Wegbereiter der Romantik, andererseits. So heißt es wiederum bei Novalis zum Beispiel (der im Übrigen lange Zeit ein glühender Verehrer Schillers war):

Wie kann ein Mensch Sinn für etwas haben, wenn er nicht den Keim davon in sich hat? Was ich verstehn soll, muß sich in mir organisch entwickeln; und was ich zu lernen scheine, ist nur Nahrung, Inzitament des Organismus.[33]

Wie ähnlich klingt das doch den Zeilen Goethes:

Wär nicht das Auge sonnenhaft
Die Sonne könnt’ es nie erblicken;
Läg’ nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt’ uns Göttliches entzücken?[34]

So weit also lagen die „Weimarer Klassiker“ und die Romantiker aus Jena dann also doch nicht auseinander. Und beide treffen sich gewissermaßen bei Büchner, indem  sie konstatieren, dass der Mensch den Keim des Göttlichen – des „Grundgesetzes für die gesamte Organisation“, wie Büchner es nennt – in sich trägt. 

Epochensystematik vs. Epochenumbruch?

Wir kommen zu einer abschließenden Bewertung des Literaturgeschichtsunterrichts.

Den Schülerinnen und Schülern ist zweierlei zu vermitteln: Man trifft zwar auf literarische Epocheneinteilungen verschiedenster Art und es zeigen sich sprachlich, stilistisch wie auch inhaltlich durchaus Unterschiede beispielsweise zwischen der Dichtung der Weimarer Klassik einerseits und der Romantik oder gar des Vormärz andererseits, aber es gibt daneben auch zahl­reiche Überschneidungen, die zwar ihrer Natur nach oft jenseits der Literatur liegen, die aber nichtsdestoweniger großen Einfluss auf sie haben.

Alle Epochen in der Umbruchzeit zwischen 18. und 19. Jahrhundert sind eigentlich nur Spielarten der zentralen bürgerlichen Epoche der Aufklärung – hier nicht als Literaturepoche verstanden (als solche trat sie erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Erscheinung), sondern als soziologischer Be­griff. Das Bürgertum trat auf den Plan und mit ihm eine wenngleich unterschiedlich ausgerichtete, emanzipierte, fortschrittsorientierte Schicht. Die Naturwissenschaft gewann an Bedeutung – der Aufklärer Lichtenberg erforschte die Elek­trizität, der Stürmer und Dränger Lavater erforschte die Physiognomie des Menschen, der Weimaraner Goethe schrieb seine Farbenlehre, der Romantiker Schubert ergründete die Tiefen der menschlichen Seele und der frühe Realist Büchner erforschte Nerven bei Fisch und Mensch. Literarisch liegen Welten zwischen ihnen und sie bekriegen sich zum Teil heftig – und dennoch sind sie alle Teil eines Ganzen, verschiedene Stränge einer einheitlichen Entwicklung.

 

 

Fazit

Für die Schulpraxis lässt sich also folgendes Fazit ziehen: Literaturgeschichts­unterricht hat einen Mittelweg zu gehen zwischen literaturwissenschaftlicher und historischer Genauigkeit einerseits und didaktisch-methodischer Griffigkeit andererseits. Eine Epochensystematik hat zwar viel Willkürliches und ist letztendlich eine Hilfskonstruktion – aber gerade deswegen notwendig: Literaturgeschichte soll im Unterricht zunächst einmal übersichtlich ausgeschildert und verständlich sein. So bleibt es trotz aller literaturwissenschaftlicher Bedenken sinnvoll, die herkömmliche Einteilung in Epochen vorsichtig beizubehalten, als Handlauf gewissermaßen, an dem Grundpositionen und strukturelle Zusammen­hänge deutlich gemacht werden können. Gleichwohl aber gilt es, das Verbindende ins Blickfeld zu rücken, die notwendigen Bezüge zwischen den Epochen herzu­stellen.

Lebendige Literaturgeschichte heißt das Schlagwort; Situierung der Texte im gesellschaftlichen und zeitlichen Kontext. Unsere Referendarinnen und Referendare müssen lernen, Literaturgeschichte den Schülerinnen und Schülern nahe und nicht beibringen zu wollen. Sie sollen zwischen den Lernenden und den alten Texten vermitteln, und nicht diese als Subjekt an jene als Objekt mit allen Mitteln vermitteln wollen.

Aber das schlimmste denkbare Szenario wäre immer noch die Kapitulation der jungen Lehrkräfte vor älteren Texten, weil die Schüler beim ersten Befragen – wie wir alle wissen – immer etwas „Modernes“ lesen wollen, was immer das auch sei…



[1] Robert König, Deutsche Literaturgeschichte, Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 71879, S. 593.

[2] Alfred Biese, Deutsche Literaturgeschichte, 2. Band, München 91917, Beck’sche Verlagsbuchhandlung, S. 599 f.

[3] Heinrich Heine, Die romantische Schule, in: H.H. Werke, Band 2, Kiepenheuer & Witsch, Köln, Berlin o.J., S. 223

[4] Frantisek Gaus: Epochenbewusstsein – Epochenillusion.- In: Epochenschwelle und Epochenbewußtsein (Poetik und Hermeneutik XII) Hrsg. v. R. Herzog und R. Koselleck. München: Fink 1987. S.533.

[5] Lichtenberg: Aus den »Sudelbüchern« F 1205, S. 269 ff.Digitale Bibliothek Band 1: Deutsche Literatur, S. 69363 (vgl. Lichtenberg-SuB Bd. 1, S. 633 ff.)

[6] Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre, S. 5 ff.Digitale Bibliothek Band 1: Deutsche Literatur, S. 85035 (vgl. Schiller-SW Bd. 5, S. 15 ff.), 1786

[7] Georg Büchner, Brief an die Familie, Februar 1834; zitiert nach. G. B., Werke und Briefe, München 1973 (= dtv Gesamtausgabe 70), S. 164.

[8] Georg Büchner, Brief an die Braut, nach dem 10.März 1834; zitiert nach. G.B.: Werke und Briefe, Carl Hanser Verlag nach der historisch-kritischen Ausgabe von Karl Lehmann, Münchden, Wien, 1980, S. 256.

[9] Ziel der Constitutio Criminalis Carolina war eine Vereinheitlichung des Rechts im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, womit gleichzeitig der bis dahin sehr willkürlichen und landesspezifisch unterschiedlichen Strafgerichtsbarkeit Einhalt geboten werden sollte. Sie wird auch nur schlicht Carolina genannt und gilt heute als erstes allgemeines, deutsches Strafgesetzbuch (nach Wikipedia).

 

[10] vgl. Scholz, Rüdiger, Das kurze Leben der Johanna Catharina Höhn. Königshausen & Neumann, Würzburg, 2004

[11] Beccaria, C.: a.a.o., S.128 f (Schwer erweisliche Verbrechen)

[12] Beccaria, C.: Über Verbrechen und Strafen. Nach der Ausgabe von 1766. Frft/ M. 1966 (= Sammlung insel 22), S.149 ff

[13] Der Verbrecher aus verlorener Ehre wurde 1786 zunächst unter dem Titel „Verbrechen aus Infamie" in der Thalia anonym veröffentlicht. 1792  folgte dann in der „Sammlung von Erzählungen" die Veröffentlichung unter dem heutigen Titel.

[14] Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre. Eine wahre Geschichte, in: F.S., Gedichte Erzählungen, Übersetzungen (= Werke in drei Bänden, Band 1), Artemis und Winkler, Sonderausgabe München 1993, S. 500

[15] a. a. o., S. 493

[16] O. Tekolf (Hrsg.): Schillers Pitaval. Merkwürdige Rechtsfälle als ein Beitrag zur Geschichte der Menschheit, verfaßt, bearbeitet und herausgegeben von Friedrich Schiller. In: Die andere Bibliothek. Eichborn Verlag, Frankfurt/M 2005, S. 76f.

[17] W. Alexis, E. J. Hitzig, Das Gelöbnis der drei Diebe. Kriminalfälle des Neuen Pitaval. Darin: Vorwort von W. Liersch,  Verlag Das neue Berlin o.J., S. 14.

[18] Carus, C. G.: Psyche. Zur Entwicklungsgeschichte der Seele. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1941, S. 445f.

[19] Lenz, ebda,  S. 76

[20] aus: G.B.: ebda, S. 272 f.

[21] vgl. dazu http://www.gah.vs.bw.schule.de/leb1800/dissschi.htm

[22] aus: F.S. Gesammelte Werke in fünf Bänden, hrsg. v. R. Netolitzky, Mohn Verlag, 1959, Fünfter Band: Schriften zur Kunst und Philosophie, S. 34 f.

[23] G.B.: Werke und Briefe, nach der historisch-kritischen Ausgabe von Werner R. Lehmann. C. Hanser Verlag, München, Wien 1980, S.  235 f.

[24] vgl. Roth, a.a.o., S. 174 f

[25] F. Schiller, Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? Reclam Verlag, Stuttgart 2006 (= RUB18460), S. 25

[26] Goethe: 1830, S. 45. Digitale Bibliothek Band 10: Goethe: Briefe, Tagebücher, Gespräche, S. 21809 (vgl. Goethe-WA-IV, Bd. 46, S. 223

[27] Carus, C. G.: Psyche. Zur Entwicklungsgeschichte der Seele. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1941, S. 1

[28] Novalis, 16. Blütenstaubfragment, zit. nach: Digitale Bibliothek Band 1: Deutsche Literatur, S. 75811 (vgl. Novalis-HKA Bd. 2, S. 416)

[29]  so z.B. Chr. Conrad: Aufklärerisches Verlachen und romantischer Schauer: Füsslis Erfolgsbild „Der Nahtmahr“. In: Vernissage, Die Zeitschrift zur Ausstellung, Heft 9, 1997, S. 33 ff

[30] ebda., S. 38

[31] Digitale Bibliothek Band 10: Goethe: Briefe, Tagebücher, Gespräche, S. 30157 (vgl. Goethe-Gespr. Bd. 5, S. 62)

[32] C.D. Friedrich zit. nach Hinz, Sigrid: C.D.F. in Briefen und Bekenntnissen, München 1974, S. 125

[33] Novalis, 18. Blütenstaubfragment, zit. nach: Digitale Bibliothek Band 1: Deutsche Literatur, S. 75811 (vgl. Novalis-HKA Bd. 2, S. 418)

[34] Goethe, aus: HA bei dtv, Band 13, S. 64